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Wie du Coworking Spaces in deinem Hotel einsetzen kannst (Teil 3)

Coworking Spaces - Können Hotels das leisten?

In Teil 1 und 2 habe ich jeweils die Perspektive des Coworking Space – Anbieters und des Nutzers beschrieben und anhand von Interviewfragen verdeutlicht.

Was können wir daraus für die Hotellerie ableiten? Darum soll es in diesem Artikel gehen.

Ich habe sowohl Tobias Kollewe von coworkingcampus.de, als auch Daniela Sprung von bloggerabc.de gefragt:

Denkst du, dass Hotels für Coworking Spaces geeignet sind oder nicht und warum?

Antwort eines Anbieters

Ob das klappt, hängt in erster Linie davon ab, wie ernst der Versuch gemeint ist. Hie und da mal freie Flächen mit Schreibtischen und WLAN auszustatten, das macht keinen Coworking-Space.

 

Wenn Hotelketten aber verlässlich Flächen anbieten und ich weiß, dass ich im Motel One oder IBIS immer einen offenen Raum zum Arbeiten und Netzwerken finde, dann kann das meine Buchung sicherlich positiv beeinflussen. Ich selbst orientiere mich häufig an der Nähe zu bestehenden Spaces oder Starbucks, wenn ich neben meinen Terminen in einer fremden Stadt einen Platz zum Arbeiten suche.

Ja, optimal wäre es, wenn Bett und Schreibtisch im gleichen Haus wären und ich für alle Fragen rund um Übernachtung, Verpflegung und Arbeit nur einen Ansprechpartner habe.

Umgekehrt würde es übrigens auch funktionieren: Wenn der Coworking-Space Zimmer vermieten würde!Tobias Kollewe - coworkingcampus.de

Für gewöhnlich ist das Kerngeschäft von Beherbergungsstätten: Zimmer zu vermieten.
Ein interessanter Gedanke das umzudrehen!

Ein Anbieter kann sich also durchaus vorstellen, dass Hotels Coworking Spaces anbieten. Können sich das Hotels auch vorstellen?

#coworkingspaces als Kerngeschäft, Zimmervermietung als Beiwerk! #hotellerie anders gedacht Klick um zu Tweeten

Antwort einer Nutzerin

Ich denke, dass sich Hotels sehr gut eignen. Zum Einen liegen viele von Ihnen in der Nähe von Bahnhöfen und bieten in der Regel einen repräsentativen Rahmen.

Hier lässt sich in der Lobby in der Regel gut arbeiten und sie verfügen über Meetingräume, die meistens sehr gut ausgestattet sind. Viele Hotels verfügen über einen eigenen Restaurantbereich oder liegen in der Nähe von Lokalitäten, die sich nutzen lassen.

Oftmals ist nur das Problem, dass das Internet schlecht ist und die Möglichkeiten zu Drucken nicht gegeben sind.

Persönlich glaube ich, das Hotels von Coworkern gewinnen können, denn sie sind Unternehmer und Multiplikatoren. Ich selbst bin kein richtiger Coworker, weil ich nicht regelmäßig vor Ort bin und mich an der Community beteilige. Aber für Geschäftsreisende, die arbeiten wollen, wäre hier eine Zielgruppe zu finden, die bisher außer Acht gelassen wurde.Daniela Sprung - bloggerabc.de

Lage, Lage, Lage! Ausschlaggebend für #coworkingspaces - schlechtes WLAN absolutes NoGo! Klick um zu Tweeten

Was erwartet der Nutzer eines Coworking Spaces?

Wie im Interview mit Daniela Sprung erwähnt, erwarten Nutzer Folgendes:

  • Sauberkeit
  • einfacher Zugang zum Space, Internet, Drucker
  • schnelles Internet
  • Kaffee & Verpflegung, Mikrowelle
  • Spind, um etwas einzuschließen
  • Community Management

Ich bin überzeugt, dass Hotels diese Anforderungen erfüllen können und deshalb den Coworking Space und seine Nutzer als neue Zielgruppe erschliessen können! 

Warum sollen Hotels eigene Coworking Spaces anbieten?

Gerade für Geschäftsreisende ist das Arbeiten außerhalb des eigenen Büros wichtig. Einige geben sich mit der Hotellobby zufrieden und wenn du dich im Businesshotel umschaust, sitzen sie dort zum Beispiel zwischen zwei Terminen.

Fragt ein Gast an der Rezeption nach, ob es einen Platz gibt, an dem er arbeiten kann, wird er oft an die Businesscorner verwiesen.

Ein lieblos gestaltetes Abteil am Rande der Lobby mit zwei PCs, deren Lebenszeit längst abgelaufen ist. Vielleicht noch ein Drucker, der nach Lust und Laune druckt.

Bei Problemen mit der Technik fühlt sich niemand verantwortlich und schon gar nicht die Rezeption. Eine angenehme Vorbereitung auf den nächsten Termin sieht anders aus.

Zudem ist die Verpflegung in der Lobby nicht immer gewährleistet, wenn die Lobby nicht gerade auch die Hotelbar darstellt.

Was passiert also?

Coworking Spaces sind befristete Arbeitsplätze, flexibel, Bildung einer Community, stets unverbindlich und flexibel

© Bildquelle: pexels.com

In beiden Interviews habe ich immer wieder Starbucks & Co. gehört. Dort gibt es Wlan, dort gibt es Kaffee und der Nutzer kann sich mit Essen versorgen.

Gut, er kann weder drucken, noch in Ruhe arbeiten, aber er findet definitiv Gleichgesinnte und hat dort vielleicht seine Community bzw. Leute die sich zufällig immer wieder in diesem Starbucks treffen.

Und genau deswegen sind Hotels für Coworking Spaces geeignet.

Im Hotel kommen viele unterschiedliche Menschen zusammen. Sie haben zunächst und auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun und gehören zunächst nur zur Community: Gast.

In einem Coworking Space kommen ebenfalls Menschen zusammen und arbeiten dort mit dem Ziel einer Aufgabe nachzugehen. Sie arbeiten an der Vorbereitung des nächsten Termins, treffen vor Ort ihre Kunden in einem Meetingraum, arbeiten an einem Projekt oder schaffen neue Ideen für neue Projekte.

Wie können Hotels diese Zielgruppe erreichen und an sich binden?

Die Antwort liegt auf der Hand: Hotels müssen Coworking Spaces schaffen. Sie haben die Möglichkeit dazu!

Allerdings muss der Coworking Space, räumlich klar zu erkennen sein und sollte sich nicht auf ein paar Tische in der Lobby beschränken. Sinnvoller wäre, einen Teil von der Lobby zu trennen.

Zudem könnte ein (noch) nicht genutzter Raum oder ein Tagungsraum, der sich weniger gut verkaufen lässt, als Coworking Space „erschaffen“ wird.

Um die Frage zu beantworten: Du kannst in deinem Hotel diese Zielgruppe ansprechen, in dem du ihr einen Raum gibst. Das muss allerdings klar kommuniziert werden. Auf der Homepage, auf deinen Social Media Kanälen, beim Check-In.

#coworkingnutzer sind keine zielgruppe, sondern eine #bedarfsgruppe! Hotels können dieses #Bedürfnis… Klick um zu Tweeten

Wie kann das Hotel einen Coworking Space verwalten?

Da es sich beim Coworking um die Verwaltung und Vermietung von Fläche geht, macht es Sinn, die Verwaltung im Convention Sales anzusiedeln.

Finden in den anderen Tagungsräumen parallel Tagungen statt, kann der Coworking Space immer mitbedient werden.

Im PMS legst du einen Raum an oder falls du über eine Software zur Tischreservierung verfügst, kannst du den Raum auch dort anlegen und darüber verwalten. Richtig schick wird das natürlich mit Tablet.

Idee...
Stell dir vor: Ein Gast läuft aus dem Meeting raus und braucht einen Platz zum Arbeiten, weil er noch auf das Taxi zum Flug in zwei Stunden warten muss. Dein Mitarbeiter schaut aufs Tablet und kann ihm einen Tisch im Coworking Space anbieten. Entweder berechnest du das extra oder jeder Meetingteilnehmer hat ein Stundenguthaben für den Coworking Space. 😉

Auch wenn der Coworking Space vermeintlich „nebenher“ mitbedient werden kann, musst du dieses Angebot und ihre Zielgruppe ernst nehmen! Das bedeutet: Stelle ein Desk auf an dem die Nutzer einchecken können. Ein Ansprechpartner der erreichbar ist, auch wenn er mal nicht am Desk sitzt. Also nicht so starr wie an der Rezeption, aber immer abrufbar und sofort vor Ort, wenn ein Gast eine Ansprechperson braucht!

#coworkingspaces wollen betreut werden & stellen eine geschlossene #community dar, die… Klick um zu Tweeten

Community Management das A und O im Coworking Space!

Klar, von Vorteil ist es immer, wenn du eine Software einsetzt, in denen du deine Coworking Nutzer speicherst. Wie im PMS (Property Management System) kannst du deinen Kundenstamm verwalten und betreuen.

In Bezug auf Coworking Spaces und das dafür wichtige Community Management, halte ich die Verwaltung für enorm sinnvoll und gewinnbringend!

Diese Community will gepflegt werden. Das geht aus meinen Interviews hervor. Sowohl Tobias als auch Daniela sprechen es an und zeigen auf, was genau daran wichtig ist.

  • gutes Miteinander
  • gegenseitiges lernen von Fähigkeiten und Fertigkeiten
  • Informationen zu anderen Coworking Nutzer, zum Beispiel an einer Wand
  • Möglichkeit zur gemeinsamen Projektarbeit
  • lebendige Community, innerhalb und außerhalb des Coworking Spaces
  • Workshops, Vorträge, etc.

Dafür muss das Umfeld stimmen und du als Hotelier kannst das gestalten!

#coworkingspaces werden gestaltet für eine lernende & ergänzende #community Klick um zu Tweeten

Community Management ist das neue Guest Relation der Hotellerie!

Welche Chancen ergeben sich aus Coworking Spaces und dem dazugehörigen Community Management?

  • Direktes Feedback vom Gast

Das wünscht du dir doch von jedem Gast! Gib es zu!

Statt eine schlechte Bewertung auf Tripadvisor oder über Facebook, erhälst du das Feedback direkt vor Ort und kannst direkt darauf reagieren.

Warum?

Die Ansprechperson vor Ort ist dran an den Gäste und Coworkern. Sie bekommt mit, um was es geht. Es entsteht das ein oder andere Gespräch, dein_e Mitarbeiter_in organisiert und plant Veranstaltungen für die Community und weiß genau was gerade gebraucht wird.

Besser kann es doch nicht laufen, oder?

Du kannst direkt und ohne Zeitverzögerung auf die Bedürfnisse eingehen und die Coworker an dein Hotel binden.

Aus diesem Grund sage ich, dass Hotels Coworker zum Einen bedienen können und zum Anderen SO das neue Guest Relation funktioniert!

#coworking als neues #guestrelation in der #hotellerie! So geht Kundenbindung heute! Klick um zu Tweeten

Direkt, ohne Umschweife, gerade raus!

Und auch in der letzten AHGZ findet sich ein Artikel über Coworking Spaces und die Wichtigkeit der Community.

Eine offene Lobby ist ja noch kein Coworking-Space – wo beginnt und wo endet Coworking?
Borkmann: Der Coworking Space hat nichts mit dem klassischen Businesscenter im Hotel zu tun. Ein Coworking Space muss wie ein eigenständiges Profitcenter betrieben werden, auch wenn er keinen Profit abwirft – das ist dann eine Frage des Geschäftsmodells. Man benötigt einen Coworking Manager, der den Space am Leben hält. Er hat eine ganz wichtige soziale Funktion für die Community. Mit der Infrastruktur allein ist es nicht getan. Ein Coworking Space braucht Zeit und Pflege. Vanessa Borkmann im Interview mit der AHGZ

Fazit

Ein Coworking Space zu betreiben kostet Geld und vor allem Zeit! Hotels können Coworking Spaces zumindest räumlich anbieten. Aus diesem Angebot kann ein neuer Profitcenter entstehen. Dazu gehört allerdings:

  • geeignete Räume – die Hotellobby als einziger Platz wird nicht funktionieren
  • der Space muss einfach zugänglich sein
  • ein Community Manager muss sich um die Coworker kümmern
  • daraus kann das neue Guest Relation entstehen und deshalb lässt sich diese Bedarfsgruppe an das Hotel binden
  • die Verwaltung muss einfach sein und in den Hotelablauf integriert werden. Das geschieht mit der Einbindung ins PMS und der Bereitstellung von Personal, also dem Community Manager
  • Coworking Spaces brauchen Zeit um zu wachsen, du musst also Geduld haben

Und nun zu dir! Was sagst du zur Idee des Coworking Spaces im Hotel?

Bist du auch der Meinung, dass Hotels das leisten können und müssen?

Findest du es ist das neue Guest Relation oder habe ich übertrieben?

Hinterlass mir doch einen Kommentar und wir reden darüber!

Das würde mich sehr freuen, Danke 🙂

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[Infografik] Mit 8 Schritten zum Coworking Space im Hotel

In 8 Schritten zum Coworking Space im Hotel

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