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Tageszimmer – So prostituiert sich die Hotellerie!

Tageszimmer, so prostituiert sich die Hotellerie

Oh je, noch ein Buchungsportal… Und dann auch noch stundenweise.

Hast du dir die Seite schon mal angesehen? Ich spreche von www.byhours.com.

Interessant wie um Kunden geworben wird.

„Sparen Sie hier…“ „Sparen Sie dort…“

Den Artikel hatte ich bereits in der Pipeline, als mein Blog noch gar nicht online war. Im Prinzip war dieses Buchungsportal die Geburtsstunde meiner Überlegung mein Blog zu veröffentlichen! Dazu wollte ich unbedingt etwas schreiben.
Dann kamen zahlreiche Themen dazwischen und nun liest du ihn: meinen (gedanklich) allerersten Artikel. Selbstverständlich neu recherchiert und neu gedacht und verfasst. 😉

Erneut wird über den Preis verkauft. Ist das richtig? Und wie kalkuliert man diese Preise?

Mindestens Preisuntergrenze

Die Zimmer sollten immer über PUG (Preisuntergrenze) verkauft werden.

„Mehrmals pro Tag verkaufen“ – dann müssen diese Zimmer auch mehrmals pro Tag gereinigt werden und/oder ab einer gewissen Uhrzeit können keine Stundenzimmer mehr angeboten werden.

Worst case: Es kommt ein Layover und du hast von 30 benötigten Zimmer, noch 28 saubere und gerade sind 2 von byhours ausgecheckt… Klasse!

Gut zum Lückenfüllen, doch entspricht das deiner Zielgruppe?

Würde eine Geschäftsreisende tatsächlich ein Hotel stundenweise mieten? Und wenn ja für wie viele Stunden?

Und wie ist das für dich als Hotelier?

Klar es gibt diese Angebote wie „park, sleep, fly“ oder so ähnlich. Ich bin mir jedoch nicht sicher ob eine Geschäftsreisende, wenn sie beruflich unterwegs ist, zwischen zwei Terminen kurz in ein Hotelzimmer eincheckt um sich auszuruhen. Sind diese Reisen nicht eher im voraus durchgeplant und würde sie nicht eher in ein Coworking Space gehen. Zum Beispiel um sich auf den nächsten Termin vorzubereiten?

Preismodell für die stundenweise Vermietung deines Hotelzimmers

Ein 4-Sterne Hotel in Berlin bietet das Einzelzimmer am 18.07. für eine Übernachtung vom 18.07. bis 19.07. auf der eigenen Homepage zu 109 EUR an.

Auf booking.com wird es ebenfalls für 109 EUR angeboten.

Darin inklusive sind die Mehrwertsteuer 7% und die Tourismusabgabe 5%.

Auf byhours.com wird dieses Einzelzimmer in Berlin am 18.07. für 3 Stunden zu 45 EUR angeboten. Ich habe einmal den Check-In um 6 Uhr am Morgen getestet und einmal um 16 Uhr nachmittags. Beides ist möglich.

Schon mal nachgerechnet, was übrig bleibt?

Rechenbeispiel eigene Homepage

109 EUR brutto
101,86 EUR netto
bei optimistisch geschätzten (beispielhaften) Personalkosten von 30% sind das 71,30 EUR.

Die Materialkosten und Sonstiges habe ich hier mal rausgelassen.

Rechenbeispiel booking.com

109 EUR brutto
94,78 EUR brutto – ohne Provision, 15% habe ich zugrunde gelegt, MwSt. ist noch drin
88,58 EUR netto
bei geschätzten (beispielhaften) Personalkosten von 30% sind das 62,00 EUR. Auch hier habe ich Materialkosten und sonstiges nicht berücksichtigt.

Rechenbeispiel byhours.com

45 EUR brutto
39,13 EUR brutto – ohne Provision, 15% habe ich zugrunde gelegt, da ich leider keinen definitiven Prozentsatz recherchieren konnte.
36,57 EUR netto
ebenfalls bei geschätzten (beispielhaften) Personalkosten von 30% bleiben übrig 25,59 EUR. Und auch hier habe ich Materialkosten und sonstiges nicht berücksichtigt.

WOW! Das hat sich ja mega gelohnt!

Für drei Stunden wohlgemerkt! Und im Prinzip sind es keine drei Stunden, sondern mindestens vier. Der Gast möchte das Zimmer 3 Stunden nutzen, dass heißt er reist sicherlich 30 Minuten früher an und geht sicherlich auch erst, wenn die Zeit abgelaufen ist.

Und für dieses Geld, der bei den meisten Hotels um einiges weit unter der Preisuntergrenze liegen dürfte, stellst du noch Personal ab das…

  • den Gast begrüßen
  • einchecken (wenn das nicht schon per App geht)
  • das Zimmer reinigen
  • den Gast verabschieden und auschecken

Rechenbeispiel byhours.com für 24 Stunden

Zunächst sind wir mal realistisch: 24 Stunden am Stück lässt sich das Hotelzimmer stundenweise nicht vermieten. Aufgrund von Check-In, Check-Out und Reinigung des Zimmers, brauchst du einen Puffer. In 24 Stunden könntest du 3 mal vermieten:

  • für 3 Stunden
  • für 6 Stunden
  • für 12 Stunden

Ich habe mir ein Hotel in Berlin ausgesucht, welches die Zimmer nach folgender Staffel verkauft:

  • 45 EUR für 3 Stunden
  • 65 EUR für 6 Stunden
  • 75 EUR für 12 Stunden

In Summe heißt das 185 EUR für 21 Stunden. Das ergibt 8,80 EUR pro Stunde… Hm… Der Mindestlohn in Deutschland liegt seit 2017 bei 8,84 EUR.

Tageszimmer im Hotel buchbar für 3, 6 oder 12 Stunden

Tageszimmer buchbar für 3, 6 oder 12 Stunden auf www.byhours.com

Ernsthaft?!?

Die erwähnten 8,80 EUR habe ich vom Verkaufspreis berechnet.

Ich gehe erneut von 15 % Provision für byhours.com aus, sowie 30 % Personalkosten.

So ergibt sich folgender Ertrag gestaffelt nach den jeweiligen Stunden:

  • 25,59 EUR für 3 Stunden
  • 36,97 EUR für 6 Stunden
  • 42,66 EUR für 12 Stunden

Das sind 5,01 EUR pro Stunde. Steuern und Personalkosten sind abgezogen. Reinigungsmittel, Strom, Wasser wurde noch nicht berücksichtigt.

5,01 EUR?!?

Ich wiederhole nochmal: Der Mindestlohn pro Stunde in Deutschland liegt seit 2017 bei 8,84 EUR.

Ich bin sprachlos!

Die Hotellerie prostituiert sich.

Die #Hotellerie prostituiert sich Vermiete deine Tageszimmer ausschließlich auf deiner Homepage… Klick um zu Tweeten

Vermiete deine Tageszimmer ausschließlich auf deiner Homepage!

Was nichts kostet ist nichts wert!

Ich frage mich aus welchem Grund man sich auf einem Portal für die Stundenvermietung listen lassen sollte?

Ah. Stimmt. Sichtbarkeit. Sorry, vergessen…

Dann beschwer dich aber bitte nicht über die bösen Buchungsportale und ihre Provisionen. Denn was nichts kostet, ist nichts wert und von dort will die Hotellerie doch weg, oder?

Was nichts kostet ist nichts wert… Fang an ordentliche Preise aufzurufen #hotellerie #sale… Klick um zu Tweeten

Was nichts kostet ist nichts wert… Fang an ordentliche Preise aufzurufen!

Außer Sichtbarkeit hat man nichts von dieser Art der Zimmervermietung. Über die eigene Homepage oder als Walk-In kannst du das machen. Alles andere bringt nichts. Weder Ertrag, noch Umsatz, noch sonst was… Also bitte!

Fazit

Mein Vorschlag

Verkaufe deine Tageszimmer ausschließlich über deine eigene Seite.

Mache deine Gäste während ihres Aufenthalts auf diese Möglichkeit aufmerksam.

Erzähle es auf deinen Social Media Kanälen, in deinem Blog oder lege Flyer aus.

Aber bitte verkaufe deine wertvollen Tageszimmer nicht über ein Portal!

Was sagst du jetzt? Hast du dir schon mal Gedanken darüber gemacht?

Was sagst du zur Vermietung von Tageszimmern über ein Portal? Sinnvoll oder halb so wild oder totaler Quatsch? Wie ist deine Meinung zum Thema?

Hinterlass mir bitte ein Kommentar und uns darüber sprechen. Ich freu mich drauf!

Wenn dir der Artikel gefallen hat, dann teile ihn gerne auf deinen Social Media Kanälen! Danke 🙂

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